Neue Dynamik für den Fachbereich


Platt, wo schrift´n dat?

 

Es ist eine irrige Meinung, im Niederdeutschen könne man keine Fehler machen, man dürfe Platt so schreiben, wie man wolle. Plattdeutsche Geschichten und Gedichte, die meist eine regionale niederdeutsche Mundart erkennen lassen, müssen allgemein lesbar sein. Seit Jahrzehnten hat sich die Rechtschreibung nach den Regeln von Dr. Johannes Saß aus Hamburg bewährt. Ein Grundsatz ist, dass sich die plattdeutsche Schreibweise an der des Hochdeutschen orientieren soll, damit die Wörter leichter zu erkennen sind. Wenn das Platt der einzelnen Regionen nach einheitlichen Regeln geschrieben wird, könnte sich eine plattdeutsche Schriftsprache entwickeln. Das wäre eine wichtige Voraussetzung für den Bestand des Plattdeutschen, das bislang noch keine einheitliche Sprache ist, sondern aus einer Vielzahl von Dialekten besteht.

 

Wir sind der Auffassung, dass nur durch eine Bündelung der Kräfte die plattdeutsche Sprache den Status eines Dialekts verlassen und den Status einer allseits anerkannten Sprache erreichen kann.

 

So wird es unumgänglich sein, dass eine einheitliche Grammatik und Rechtschreibung befolgt wird. Dies nicht zuletzt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Denn es wäre unwirtschaftlich, für jeden regionalen Mikrodialekt ein eigenes Grammatik-Lehrbuch und Lexikon zu schreiben und zu drucken. Gerade, wenn man junge Menschen und/oder andere Interessierte durch Sprachkurse an die plattdeutsche Sprache heranführen möchte, dann muss dafür überregional ein qualitativ hochwertiges und einheitliches Unterrichtsmaterial vorliegen und benutzt werden.

 

Wir empfehlen daher folgende Werke in Buchform:

 

Heinrich Thies: Sass: Plattdeutsche Grammatik, Wachholtz Verlag Hamburg/Kiel, ISBN 978-3-529-03200-4

Heinrich Thies: Der neue Sass: Plattdeutsches Wörterbuch, Wachholtz Verlag Hamburg/Kiel, ISBN 978-3-529-03000-0

 

Im Internet findet man entsprechendes Material unter: https://sass-platt.de

 
Traute Dittmann        Dr. Albrecht Beer